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Sommer
22. Juni 2026

Tuxer Wasserfälle

Es rauscht und gurgelt, es tost und tobt: Drei Wasserfälle liegen an einem Weg in Hintertux. Wo du sie findest, wann das Licht passt und was du brauchst.

Dein Guide zum Wasserfallweg in Hintertux

Selbst das Wasser hat in Tux einen Dialekt, es spricht eine ganz eigene Sprache. Es rauscht und gurgelt, es tost und tobt. Und wenn es gluckert, plätschert und flüstert, verrät es dir vielleicht, warum manche Leute früher glaubten, dass in jedem Bach ein guter Geist wohnt.

Wenn du noch mehr über das Tuxer Wasser erfahren willst, solltest du seiner Spur folgen. Am besten geht das – im wahrsten Sinne des Wortes – am Wasserfallweg in Hintertux. Wir haben die Highlights hier für dich aufgeschrieben.

 

Die drei Hauptwasserfälle am Wasserfallweg

Kesselfall: Der Zugängliche (10 Minuten, 500 Meter)

Der Kesselfall ist dein Einstieg. Von der Talstation der Hintertuxer Gletscherbahn brauchst du nur 10 gemütliche Gehminuten.

Was dich erwartet: Der Wasserfall ist ein prächtiger Anblick. Manche sagen, er schaue aus wie eine umgedrehte Wünschelrute: Das Wasser spaltet sich an farbigen Felsen und stürzt in kleine Gumpen.

Licht-Timing: Am späten Vormittag steht die Sonne gegen den Wasserfall, für Fotos ist das suboptimal. Nachmittags hast du besseres Licht, die Gischt leuchtet dann von hinten, und mit etwas Glück siehst du Regenbögen im Sprühnebel.

Zugang: Hinter der Wasserwelt-Spielstation überquerst du eine Brücke mit einer künstlichen Kaskade (Teil des Wasserkraftwerks), dann wird der Weg unbefestigt und steigt kurz an.

 

Schraubenfall: Der Dramatische (weitere 15–20 Minuten)

Vom Kesselfall führt der Weg weiter bergauf. Der Schraubenfall liegt tiefer in der Klamm, versteckt zwischen steilen Felswänden. Hier zeigt das Wasser seine Kraft – laut, kraftvoll, ungebremst.

Naturdenkmal seit 1964: Der Schraubenfall und die dazugehörige 105 Meter lange Schraubenfallhöhle stehen seit 1964 unter Naturschutz. Du siehst hier, wie das Wasser über Jahrtausende den Fels geformt hat: Erosionskessel, glatt geschliffene Steinwände, eine Klamm, die sich immer tiefer gräbt. Das Wasser verschwindet sogar eine Strecke lang unter der Erde und tritt erst weiter unten wieder ans Tageslicht – das ist in Österreich einmalig.

Das Walfischmaul: Auf dem Weg passierst du einen gespaltenen Felsen, den die Einheimischen Walfischmaul nennen. Wenn du ihn siehst, weißt du sofort, warum.

Trittsicherheit: Der Weg hier ist stellenweise schmal und führt über Stufen am Wasserfall entlang. Bei Nässe rutscht du leichter, also brauchst du gutes Schuhwerk.

 

Schleierfall: Der Abgelegene (Richtung Weitental)

Der Schleierfall liegt am Weg Richtung Weitental und Tuxerjochhaus. Wenn du vom Talschluss bei Hintertux zum Tuxerjochhaus wanderst (ca. 3,5 Stunden Aufstieg), kommst du am Schleierfall vorbei.

Der gesicherte Weg: Hier führt ein seilgesicherter Steig am Wasserfall vorbei – spektakulär, aber gut machbar, wenn du trittsicher bist. Der Schleierfall macht seinem Namen alle Ehre: Das Wasser fällt wie ein durchsichtiger Vorhang über den Fels.

Kombination mit Murmeltier-Wanderung: Auf dem Weg zum Tuxerjochhaus durch das Weitental hast du gute Chancen, Murmeltiere zu sehen. Fernglas mitnehmen.

 

Warum hier überhaupt Wasserfälle entstehen

Tux liegt an einer geologischen Besonderheit – und die Geschichte ist spannender, als sie auf den ersten Blick wirkt. Das Gebiet rund um Hintertux liegt im sogenannten Tauernfenster, einer Region, in der tiefe Gesteine an die Oberfläche treten, die anderswo unter dicken Deckschichten verborgen sind.

Das Hauptgestein hier ist Zentralgneis, ein sehr hartes, widerstandsfähiges Material. Eingelagert zwischen den Gneismassen liegt eine etwa 25 Meter dicke Marmorader. Sie zieht sich vom Spannagelhaus in Richtung Hintertux durch den Berg. Marmor ist zwar nicht „weich", aber er löst sich – anders als Gneis – langsam im Wasser auf. Genau hier setzt das Gletscherwasser an: Es frisst sich in den Marmor, schafft Klüfte, Höhlen, Klammen.

Die Schraubenfallhöhle ist das eindrucksvollste Ergebnis dieser Geologie. Und auch die berühmte Spannagelhöhle weiter oben – mit 13 Kilometern Ganglänge die bedeutendste Höhle Tirols – verdankt ihre Existenz dieser Marmorader.

Das Schleifmittel: Die Tuxer Gletscherbäche bringen ihr eigenes Werkzeug mit: klein gemahlene Steine, Sand und Geröll, Erosionsmaterial direkt vom Gletscher. Das wirkt wie Schleifpapier und beschleunigt die Abtragung massiv.

 

Trinkwasserqualität: Ja, du kannst direkt trinken

Das Tuxer Wasser hat Trinkwasserqualität – an jeder Quelle, an jedem Wasserhahn. Du kannst deine Flasche direkt am Bach auffüllen, die Behörden prüfen die Wasserqualität regelmäßig.

Warum das Wasser so sauber ist: Die Quellen liegen hoch im Gebirge, teils über 2.000 Meter. Das Wasser fließt durch Gesteinsschichten, die als natürlicher Filter wirken, und hat vorher keinen Kontakt zu Landwirtschaft oder Siedlungen.

 

Wunder Wasser

Das Wasser, das du heute siehst, war gestern vielleicht noch Schnee am Gletscher. Morgen ist es im Zillertal, und in zwei Wochen im Meer. Und wer weiß – vielleicht steigt es dort wieder auf, reist mit den Winden über alle Berge und wird als Sommerregentropfen wiedergeboren.

Bis dahin: Vom Hotel Eden aus bist du in wenigen Minuten mittendrin in den wilden Wassern des Tuxertals. Wir Erlers wohnen seit Generationen hier und kennen die schönsten Fleckerl. Frag uns einfach an der Rezeption oder begleite uns auf einer unserer geführten Wanderungen. 

Wasser erleben für die ganze Familie

Erlebnisweg Tuxbach: Die familienfreundliche Alternative (10 km)

Wenn dir der Wasserfallweg zu kurz ist oder du mit kleinen Kindern unterwegs bist, die mehr Abwechslung brauchen, dann ist der Erlebnisweg Tuxbach deine Option.

  • Route: Tux-Vorderlanersbach → Tux-Lanersbach → Juns → Madseit → Hintertux
  • Länge: 10 Kilometer
  • Gehzeit: ca. 2,5–3 Stunden
  • Schwierigkeit: leicht, größtenteils flach entlang des Tuxbachs

Was dich erwartet: Zahlreiche Spiel-, Sport-, Wissens- und Erlebnisstationen. Der Gletscherfloh Luis begleitet die Kids durch die „TUX-Welten", mit Stempelpass und Belohnung am Ende im Tux Center. Es gibt eine Kletterstation, eine Hängebrücke (in Madseit), einen Erlebnisstall, einen Spiele-Teich und eine Tarzan-Seilbahn.

Kinderwagen/Buggy: Zwischen Vorderlanersbach und Lanersbach sowie zwischen Juns und Madseit schaffst du den Weg mit geländetauglichem Buggy.

Rückfahrt: Du fährst mit dem Bus 4104 zurück, der von Anfang Juni bis Anfang Oktober durch alle Ortsteile fährt – im Sommer im Halbstundentakt.

 

Die Wasserwelt Hintertux: Der Rundweg (2,8 km, 1,5 Stunden)

Direkt bei der Talstation der Gletscherbahn startet der Wasserwelt-Rundweg, ein kurzer Themenweg mit Stationen rund ums Element Wasser.

Highlight: Der „schwebende Wasserhahn" am Start. Ein Wasserhahn, der frei in der Luft schwebt und trotzdem Wasser fließen lässt. Die Auflösung ist ein durchsichtiger Schlauch im Wasserstrahl, den du nicht siehst.

Für Familien: Kurz, abwechslungsreich, mit spielerischen Stationen. Ideal, wenn du nach der Gletscherbahnfahrt noch eine kleine Runde drehen willst.

Tuxer Mühle: Der historische Wasserkraft-Ort

Wenn du den Erlebnisweg Tuxbach gehst, kommst du an der Tuxer Mühle vorbei, einer wasserbetriebenen Mühle von 1839, die heute noch funktioniert.

Was hier passiert ist: Früher bauten die Bauern in der Tuxer Höhenlage (trotz der Höhe!) Gerste an, und das Gerstenmehl mahlten sie in dieser Mühle – für Brot, aber auch für traditionelle Mehlspeisen wie Nudeln und Krapfen.

Öffnungszeiten: Jeden Montag 13.00–16.00 Uhr (Ende Juni bis Ende September). Besucher können selbst Hand anlegen und Korn zu Mehl mahlen.

Lage: In Juns, nach dem Heliport, direkt am Tuxbach.

 

Tuxer Mühle: Der historische Wasserkraft-Ort

Wenn du den Erlebnisweg Tuxbach gehst, kommst du an der Tuxer Mühle vorbei, einer wasserbetriebenen Mühle von 1839, die heute noch funktioniert.

Was hier passiert ist: Früher bauten die Bauern in der Tuxer Höhenlage (trotz der Höhe!) Gerste an, und das Gerstenmehl mahlten sie in dieser Mühle – für Brot, aber auch für traditionelle Mehlspeisen wie Nudeln und Krapfen.

Öffnungszeiten: Jeden Montag 13.00–16.00 Uhr (Ende Juni bis Ende September). Besucher können selbst Hand anlegen und Korn zu Mehl mahlen.

Lage: In Juns, nach dem Heliport, direkt am Tuxbach.

Wissenswertes für deine Wasserfall-Wanderung

Deine Ausrüstung:

Mindestausstattung:

  • Gute Wanderschuhe mit Profil (am Schraubenfall wichtig)
  • Regenjacke (das Wetter kann schnell umschlagen)
  • Trinkflasche (kannst du überall auffüllen)
  • Sonnenschutz (die Höhensonne ist stärker, als du denkst)

Empfohlen:

  • Kamera oder Smartphone
  • Fernglas (für Murmeltiere auf dem Weg zum Schleierfall)
  • Wanderstöcke, wenn du dich auf den Beinen sicherer fühlen willst

Was du dir sparen kannst: Auf dem Wasserfallweg brauchst du weder Kletterausrüstung noch Wanderstöcke – auch der seilgesicherte Steig am Schleierfall ist ohne Zusatzausrüstung gut machbar.

 

Beste Jahreszeit:

Frühsommer (Juni): Maximale Wasserführung durch Schneeschmelze. Die Wasserfälle sind am imposantesten – und am lautesten.

Hochsommer (Juli–August): Angenehme Temperaturen, weniger Wasser als im Juni, aber immer noch beeindruckend. Die Gischt ist herrlich erfrischend.

Herbst (September–Oktober): Weniger Touristen, goldene Lärchen, klare Sicht. Wasserführung geringer, aber die Atmosphäre ist einzigartig.

Winter/Frühjahr: Teile des Wasserfallwegs vereisen, die Wasserfälle frieren teilweise. Spektakulär, aber der Weg ist nicht immer geöffnet.

 

Timing: Wann du gehen solltest

Fotografie: Nachmittag (14–17 Uhr), dann steht die Sonne richtig zum Kesselfall.

Die „Rushhour" vermeiden: Die meisten Gäste sind zwischen 11 und 16 Uhr unterwegs.

Murmeltiere sehen (am Weg zum Schleierfall): Früh morgens oder spätnachmittags, dann sind sie aktiv.

Was du noch wissen solltest

Hunde: Erlaubt, aber an der Leine. Die Felsstufen am Schraubenfall können für kleine Hunde schwierig sein.

Einkehr: Direkt am Wasserfallweg gibt es keine Hütte. Zurück an der Talstation hast du mehrere Optionen.

Kosten: Der Wasserfallweg ist kostenlos zugänglich. Du brauchst kein Ticket für die Gletscherbahn, wenn du nur zu den Wasserfällen willst.

Parken: Parkplätze an der Talstation Hintertuxer Gletscherbahn (kostenpflichtig). Alternativ mit dem Bus 4104.

Start für alle Wasserfall-Wanderungen: Talstation Hintertuxer Gletscherbahn, 6294 Hintertux.

Beste Karte: Alpenvereinskarte Blatt 35/1 (Zillertaler Alpen West) oder die kostenlose Wanderkarte vom Tourismusbüro Tux-Finkenberg.

Fotos: Ronny Exenberger

+43 5287 87 601
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